Top 5 Oktober: Mein Nippel geht um die Welt

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Das Bode-Museum in der Spree

Ein neuer Monat, ein neuer Rückblick.

Sword of Omens, Sword of Power, Thundercats, Heman

Sword of Omens trifft Sword of Power
(Quelle: aKerlin)

Eigentlich wollte ich über den Oktober schreiben, dass es zwar ein sehr schöner Monat war, immerhin hatte ich Geburtstag, habe einen Gutschein für ein Schwert geschenkt bekommen und mir selber gleich noch zwei gekauft, ich hier auf dem Blog ziemlich fleißig war, aber eigentlich nichts weltbewegendes passiert ist.

Und dann passierte das hier:

Benutzer, Oktober

Huch!
(Quelle: Google Analytics)

Innerhalb weniger Stunden war plötzlich doch so einiges los. Ich kann mich nicht dran erinnern, dass meine bescheidene Seite jemals solch einen Zuspruch erhalten hätte. Aber wie kommts?

Der Ursprung liegt in einem von mir geteilten (und mittlerweile von facebook gelöschten) Foto des Fotografen Olli Waldhauer.

#NippelStattHetze, Nippel Statt Hetze, facebook, Nippel

#NippelStattHetze – Brüste statt Nazis
(Quelle: Olli Waldhauer)

Thema des Ganzen ist die Praxis von facebook weibliche Brustwarzen binnen Minuten zu löschen, wohingegen fremdenfeindliche Kommentare bis in alle Ewigkeiten stehen bleiben.

Ich fand, und finde, die Aktion super und habe mich köstlich über den dazugehörigen Hashtag #NippelStattHetze amüsiert. So sehr, dass ich auch was beisteuern wollte.

Das Resultat ist dieser Beitrag, den ich passenderweise mit meinem eigenen Nippel illustrierte.

Ich denke, die meisten halten es wie ich und sehen lieber Brüste als Nazis, oder?

– Arne

Ob es das Timing war, die Tatsache, dass mein nackter Nippel der erste war, Notgeile, die auf dem Bild eine weibliche Brustwarze wähnten oder einfach göttliche Fügung:

Während auf Instagram und Twitter kaum jemand davon Notiz nahm, machte der Link bei facebook die große Runde und wird wohl dafür sorgen, dass der Nippel-Beitrag dieses Jahr der meistgelesene Beitrag hier werden wird. Und das ist auch gut so.

Es ist nach wie vor eine riesen Sauerei, die nur noch dadurch übertroffen wird, dass instagram und facebook auch noch zwischen männlichen (Ok) und weiblichen (nicht Ok) Brustwarzen unterscheiden. So ein Unfug.

Mal schauen, wie sich die Kampagne entwickelt. An ein Einlenken vom Visagenbuch glaube ich aber nicht.

Es gab hier im Oktober aber auch noch ein paar andere Beiträge.

Die meistgelesenen Beiträge im Oktober

#5: Löwe spritzt Urin!

Löwe, Urin, Zoo Berlin

„Löwe spritzt Urin durchs Gitter“
(Quelle: aKerlin)

Häufig habe ich bei Beiträgen eine gewisse Ahnung, wie und warum sie so häufig angeklickt wurden. Bei dem hier nicht. Der Beitrag stammt bereits aus dem April. Offensichtlich wird Löwenurin erst im Herbst interessant.

Vielleicht liegt es am weihnachtlichen Aroma…

Wenn er das macht, sieht das übrigens so aus.

#4: T wie Tür

JVA Moabit, Berlin, Gefängnis

T wie „trostlos“
(Quelle: aKerlin)

Eine alte „Top 5“-Regel besagt: „Keine Top 5 ohne Magic Letter„. So auch im Oktober. Dieses Mal hat es das „T wie Tür“ ins Ranking geschafft.

Ich mag das Foto auch sehr, da die JVA Moabit einfach ein unglaublich einschüchterndes aber auch faszinierendes Gebäude ist.

#3: Fuck Cancer – ein schwieriger Flyer

Fuck Cancer, Benefiz Festival, Flyer

Fuck Cancer Benefiz-Festival
(Quelle: aKerlin)

Es gibt Dinge, die gestalten sich quasi von alleine – und es gibt Dinge wie den Flyer für das „Fuck Cancer“-Benefiz-Festival.

Was daran so aufwändig war und warum ich ihn so gestaltet habe, wie ich es getan habe, liest Du im Beitrag „Fuck Cancer – ein schwieriger Flyer„. Wenn Du aus der Nähe von Ahrensburg oder Hamburg kommst, solltest Du da übrigens hingehen. Gute Musik für einen guten Zweck und so.

#2: Halloween-Blogparade: Kürbis & Flammen

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Bang! Bang! Feuer frei!
(Quelle: aKerlin)

Eigentlich war da bloß eine fixe Idee von Sarah und mir, aus der wir eilig eine Blogparade zusammengezimmert haben.

Jetzt, wo die ersten Teilnehmer eintrudeln (Chemisches Leuchten [inkl. Erklärung], großes Handwerkliches Geschick und ein Rezept bei Kathi, eine Grinsekatze bei Verena und fabelhafte Flammen bei Sarah selbst), bin ich mehr als begeistert darüber, wie sich das entwickelt hat.

Mitmachen kann man noch bis zum 8. November. Wenn Du also noch nicht weißt, wie Du Deine Halloween-Deko entsorgen kannst: FEUER FREI!

Alle Informationen, das Logo sowie ein bisschen was zur Inspiration, findest Du hier.

Unter anderen Umständen hätte die Anzahl der Leser übrigens locker für den ersten Platz gereicht. Aber dieses Mal…

#1: #nippelstatthetze Tolle Aktion!

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Mein Nippel gegen Hetze
(Quelle: aKerlin)

Wie oben bereits geschrieben:

Mit meilenweitem Vorsprung und uneinholbar gewinnt in diesem Monat mein Nippel statt Hetze auf facebook. Wär hätte gedacht, dass es das olle Ding noch so weit bringen würde…

Und wo wir grad beim Thema sind.

Leseempfehlungen aus dem Oktober

Nazis

Niemand wird später behaupten können, „man habe ja nichts gewusst“ oder „man konnte das ja nicht kommen sehen“. Was sich da bei den XXX-gIdAs zusammengebraut hat, ist eine faschistische Bewegung, die bis weit in die Mitte der Bevölkerung hinreicht.

Michael Bittmer untersucht in seinem Artikel „PEGIDA und NSDAP – ein Vergleich“, wie ähnlich sich diese beiden Strömungen sind.

[..] Für die Nazis waren es vor allem die Juden, die „unschädlich“ (Goebbels) gemacht werden sollten. Bei PEGIDA spielt der Antisemitismus – zumindest an der Oberfläche – keine zentrale Rolle, stattdessen sind es vor allem Muslime, aber natürlich auch „Ausländer“ überhaupt, die als „Invasoren“ zur Bedrohung des deutschen Volkes erklärt werden. Offiziell ist daran nichts rassistisch, weil es angeblich nicht um Rasse, sondern nur um „Kultur“ geht – aber um das zu glauben, braucht man schon ein übermenschliches Maß an Naivität. [..]

– Michael Bittmer

Es ist erschreckend und beängstigend.

Da ist es nur recht (höhö) und billig, dass sich das Gesindel auch in eigentlich unverfänglichen Nischen festsetzt. Anja Reiter schreibt in „Braune Biobauern: Vegane Nazis bauen sich ihr Bullerbü“ über die Bestrebungen der Nazis sich in der Öko-Szene zu etablieren.

Die hageren Kerle sind mit ihren veganen Rezepten ein Phänomen bei Youtube, manche Folgen ihrer Koch-Show „Balaclava Küche“ werden bis zu 25.000 Mal angeklickt. Jedoch: Sie tragen Sturmmasken und begrüßen ihre Zuschauer auch mal mit einer verpixelten Bewegung, die als Hitlergruß gedeutet werden kann. In einem Video ziert die T-Shirts der Küche das Konterfei von Rudolf Heß mit dem Aufdruck „Ein Mensch ist illegal“.

– Anja Reiter

Der Ausdruck „Veget-Arier“ ist allerdings pures Gold und kann doch eigentlich nur eine Parodie sein, oder?

Das „F.A.Q. für besorgte Bürger“ von Enno Lenze habe ich mir gleich mal als Bookmark gespeichert. Eigentlich ist dort alles erklärt und wenn wir es mit gebildeten und empathischen Menschen zu tun hätten, würde sich diese ganze gIdA-Scheiße nach der Lektüre dieser Seite in Luft auflösen. Wenn… hätten…

Bloggen

Tasmin hat 18 Dinge aufgelistet, die sie vom Bloggen gelernt hat. Ich würd die, mit leichten Anpassungen, so unterscheiben. Auch durch mein Baby hier habe ich in den letzten Jahren eine ganze Menge Dinge gelernt, die mir sonst wohl verborgen geblieben wären.

Man kann Neues lernen, Menschen kennen lernen, kreativ sein, etwas erschaffen und das Leben anderer vielleicht sogar positiv beeinflussen. Bloggen wird dich verändern.

– Tasmin

Und auch wenn ich den Blog hier auch schon oft genug verflucht habe, möchte ich es dennoch nicht missen, der (Internet-)Welt Dinge, die ich geschaffen habe oder die mich faszinieren, zu zeigen und ich freue mich über jede Reaktion darauf.

Persönliches

Wer mal versucht hat mich telefonisch zu erreichen, wird daran vermutlich verzweifelt sein. Nicht, dass ich grundsätzlich was gegen Kontakt mit Menschen hätte, aber ich hasse es zu telefonieren.

Adrien Jolly hat in seinem Artikel „Why I don’t answer most phone calls“ 7 sehr gute Gründe zusammengetragen, warum er e-Mails Telefonaten vorzieht. Und das geht mir ganz genau so. Wenn es um wirklich wichtige Dinge geht, ist ein Von-Angesicht-zu-Angesicht-Gespräch eigentlich immer die beste Lösung. Der Rest lässt sich fast immer per Nachricht regeln.

Der nächste Geburtstag wird bei mir der 30ste. Deshalb habe ich den Text „Gescheitert“ von der Einzelkämpferin mit ganz besonderem Interesse gelesen. Spannend fand ich ihn vor Allem deshalb, weil es mir völlig anders geht als ihr.

Natürlich hast du in unserem Land die Freiheit, alles zu machen, was du willst. Solange du das machst, wenn du noch keine 25 bist. Danach geht es streng auf Normen und Konventionen zu, und wenn du dich denen entziehst, dann bist du… na ja, gescheitert.

 – Einzelkämpferin

Natürlich hat man mit (fast) 30 andere Verpflichtungen und Verantwortungen als mit 18 oder 20, aber dafür auch ganz andere Freiheiten.

Obwohl ich mich noch immer außerhalb der „Normen und Konventionen“ wähne, fühle ich mich überhaupt nicht gescheitert, sondern sehr erfolgreich. Ich spüre keinen Druck des was „man“ tut oder nicht tut, sondern genieße die Freiheit, mittlerweile halbwegs meinen Weg im Leben gefunden zu haben und diesem auch folgen zu können – egal was andere davon halten.

Ob das noch das ist, was ich in zwei Jahren will und mache, steht auf einem ganz anderen Blatt, aber im Moment geht es mir richtig gut, so wie es ist.

Und Dir?